freeBIM - Tirol gestartet

 
 
freeBIM - Tiroler BIM-Initiative gestartet

Uni Innsbruck und international anerkannte Tiroler Unternehmen im Bereich BAU/Planung/IT wollen BIM etablieren



Projektpartner:

  • Universität Innsbruck, Baubetrieb (Projektleiter: Dr. Fröch)
  • Universität Innsbruck,  Informatik - Lehrstuhl Datenbanksysteme (Dr. Specht)
  • Baumeister Anton Gasteiger (B.I.M.M. Kufstein)
  • CAD Anwendungen MUIGG, Innsbruck
  • inndata Datentechnik GmbH
    als Betreiber des europäischen Bauinformationssystemes (Bmstr. Otto Handle)
     
  • mit Unterstützung des Bauunternehmens RIEDERBAU, Kufstein (LIM Anton Rieder)

Es war – wie so oft – der Zufall. Ein japanischer Architekt, ein Krankenhaus in Sri Lanka, ein Kontaktmann in den Niederlanden, ein Baumeister in Kufstein. „Wir haben uns nie getroffen, wir haben uns nur via Internet über das Modell ausgetauscht", erinnert sich Anton Gasteiger, der Tiroler Teil dieses transnationalen Projekts, an seinen ersten Kontakt mit BIM. Und bei Gasteiger hat es damals im wahrsten Sinne BIM gemacht, setzt er doch inzwischen voller Überzeugung auf Building Information Modeling. BIM ist eine Methode, mit der Gebäude mittels Software optimiert geplant, kalkuliert und gebaut werden können. Alle bedeuteteten Gebäudedaten werden dabei digital erfasst, kombiniert und vernetzt, das Gebäude liegt als virtuelles Gebäudemodell auch geometrisch visualisiert vor – online, und nicht am Papier. Womit sich BIM von der klassischen Bauplanung unterscheidet.



Früher brachte ein Architekt mit Blei- und Buntstift einen Entwurf zu Papier, heute „zeichnet" er meist mit CAD-Systemen. Die Zeichnungen dienen als Grundlage für die Kostenkalkulation und werden Gutachtern und Behörden vorgelegt. Gibt es eine Änderung in der Planung, müssen die Zeichnungen geändert und an alle Beteiligten weitergeleitet werden. Schnee von gestern mit BIM, so der Tenor von Anton Gasteiger. Mit BIM arbeitet der Architekt oder Fachplaner an der Projektdatei, am Modell – und nimmt auch am digitalen Modell Änderungen vor. Diese sind über eine BIM-Cloud für alle vernetzten Beteiligten direkt verfügbar. Massen und Stückzahlen, die zum Beispiel als Grundlage zur Kostenkalkulation dienen, werden automatisch abgeglichen. „Nehmen wir als Beispiel die Wände eines Hauses. Im Modell sind sie geometrische Formen mit Länge, Breite und Höhe. Im Hintergrund gibt es dazu alle möglichen Datenbanken. Ich kann nun die Wände als Mauerwerk bestimmen und als Baustoff Beton wählen, das heißt, es braucht auch Schalung und  Bewehrung. Mit einem Knopfdruck weiß ich dann den Preis für die Wände. Wähle ich als Alternative zum Mauerwerk Holz und entscheide mich z.B. für Massivholz, habe ich in kürzester Zeit einen direkten Preisvergleich", beschreibt Gasteiger einen BIM-Vorteil.

Doch BIM kann noch mehr, als Werkzeug einer integralen Planung steht es für eine ständige Verfügbarkeit aller relevanten Daten für alle Beteiligten, für einen verbesserten Informationsaustausch zwischen den Planungsbeteiligten und für eine kontinuierliche Datenaufbereitung während des Lebenszyklus' eines Gebäudes. Und mit BIM soll die Produktivität des Planungsprozesses hinsichtlich Kosten, Terminen und Qualität gesteigert werden. Kein Wunder also, dass BIM in Skandinavien, den USA, Japan und Singapur schon breit etabliert ist. Auch Großbritannien setzt auf BIM, ab 2016 soll die Methode bei öffentlichen Ausschreibungen ab einem Wert von fünf Millionen Pfund zur Bedingung werden. „In diesen Ländern hat sich BIM durchgesetzt, auch weil es diese strikte Trennung zwischen Planung und Ausführung wie im deutschsprachigen Raum nicht gibt. Es stellt sich die Frage, ob BIM die Kraft hat, unseren Branchenusus zu verändern", sagt Anton Rieder, Geschäftsführer von Riederbau und Innungsmeister des Tiroler Baugewerbes. Eine Antwort darauf könnte freeBIM-Tirol geben, in dem Projekt im Rahmen des Programms Tiroler Kooperationsförderung will Anton Gasteiger mit seinem Unternehmen b.i.m.m gemeinsam mit Forschern der Universität Innsbruck (Forschungsgruppe Datenbanken und Informationssysteme am Institut für Informatik; Arbeitsbereich für Baubetrieb, Bauwirtschaft und Baumanagement am Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften) sowie den Firmen inndata Datentechnik und CAD Anwendungen Muigg eine BIM-Bauteil-Datenstruktur für Tirol definieren.

„Als erster Schritt geht es darum, zu schauen, was es für Datenbanken gibt und wie man sie zusammenführen kann", meint Tamara Gasteiger, längst wie ihr Vater BIM-Spezialistin. Vorhanden sind etwa Datenbanken bei b.i.m.m, vorhanden sind die immensen Materialdatenbanken für Baustoffe von inndata, vorhanden sind internationale Datenbanken – die Informatik-Experten der Uni Innsbruck sollen diese nun zusammenführen und für den deutschen Sprachraum anwendbar machen. „Wichtig ist", sagt Tamara Gasteiger, „dass alle mit der gleichen Sprache sprechen, die gleichen Begrifflichkeiten verwenden." Vorhanden ist aber in Tirol noch mehr, etwa das Know-how von CAD Anwendungen Muigg durch die Mitarbeit beim buildingSMART Data Dictionary, das b.i.m.m-Know-how durch die Mitarbeit an der ÖNORM-Arbeitsgruppe. Auch Vorarbeit wurde geleistet – so etwa im September 2012 in einem von den Clustern IT und Erneuerbare Energien organisierten Impulsgespräch zum Thema „Welche Standards braucht die integrale Planung?", aus dem schlussendlich das Konsortium für den Kooperationsförderungsantrag entstanden ist; oder durch ein via FFG-Innovationsscheck gefördertes Projekt von Uni Innsbruck, Riederbau und b.i.m.m, in dem ein System zur direkten Übertragung von BIM-Daten in das Kalkulationsprogramm von Riederbau entwickelt wurde. Inzwischen kommt BIM bei Riederbau von der Planung über die Kalkulation bis zur Mengenabfrage zum Einsatz, „auf der Baustelle sind wir aber noch nicht", erklärt Anton Rieder: „Im Bauprozess geht man von einer Fehlerquote von zwölf bis 15 Prozent aus. Das sind nicht nur Fehler, die am Gebäude offensichtlich werden, sondern auch Prozessfehler. Aber auch die wirken sich finanziell aus." Daher seine Erwartung an BIM, die Fehlerquote zu minimieren. „Und ich kann schon jetzt bestätigen, dass wir uns Planungskosten sparen."

Doch für Rieder, der bei freebim sozusagen als „Testbetrieb" fungiert, geht es nicht nur um Einsparungen. „Das Thema Verantwortlichkeit wird im Baugewerbe immer wichtiger. Zur Zeit ist es ja so, dass niemand mehr für das Gesamtprojekt verantwortlich ist, dass jeder nur Teilbereiche abdeckt", so Rieder. BIM stehe wieder mehr für eine Gesamtschau, Anton Gasteiger zieht ein Wortspiel heran: „BIM ist wie der Baumeister Im Mittelalter, der hat von der Planung bis zur Ausführung auch alles gemacht." Jedenfalls will er das Kooperationsprojekt dafür nutzen, BIM in Tirol publik zu machen. So sollen am Institut für Konstruktion und Materialwissenschaften die wissenschaftlichen Projektpartner BIM den Studierenden nahe bringen, vielleicht, so Anton Gasteiger, findet sich ein Bauherr, der zwei, drei Projekte mit BIM realisiert, um mit diesen Best-Practice-Beispielen Überzeugungsarbeit zu leisten. Anton Rieder geht noch einen Schritt weiter: „Wir wollen zeigen, dass es BIM-Kernkompetenz in Tirol gibt. Und warum sollten wir diese Kompetenz nicht in den deutschsprachigen Raum exportieren."




Ansprechpartner: b.i.m.m Anton Gasteiger

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