Projekt freeBIM Tirol

 
 
Projektbeschreibung

1. Projektidee

Der Stellenwert von BIM (Building Information Modeling) im Bauwesen ist seit einiger Zeit nicht nur international, sondern vor allem auch in Tirol stetig im Steigen begriffen. Unter dem Begriff „BIM" wird im Bauwesen eine Arbeitsmethode im Planungs- und Abwicklungsprozess verstanden, welche auf elektronischen Gebäudemodellen basiert. Diese BIM-Modelle enthalten neben geometrischen Daten, wie in herkömmlichen CAD-Programmen, zusätzliche Informationen zu Bauteilen wie beispielsweise Materialeigenschaften, Kosten, Termine etc.

Trotz der weitreichenden Vorteile, die sich bei der Verwendung von BIM im Bauwesen ergeben, bestehen speziell im Bereich der KMU noch Vorbehalte gegen die Einführung dieses neuen Werkzeuges. Diese sind zumeist auf die nicht unerheblichen zeitlichen Aufwände bei der Implementierung und der damit verbundenen Erstellung von Bauteilstandards zurückzuführen, welche von großen Unternehmen intern abgewickelt wird. Um den Einstieg in die Welt des BIM für Tiroler Unternehmen im Bau- und Baunebengewerbe zu erleichtern, hat sich das Konsortium zum Ziel gesetzt, Standards zur parametrisierten Bauteilbeschreibung zu entwickeln, welche eine intuitive Anwendung und Nutzung von BIM ermöglichen. Die Definition einer BIM-Bauteil-Datenstruktur für Tirol erfolgt innerhalb des Kooperationsprojektes:


freeBIM–Tirol

Werkzeug für die digitale Baustelle zur Positionierung Tirols als Planungs- und
Kompetenzschnittpunkt in Europa



 und soll in weiterer Folge international etabliert werden. Die Verbreitung von freeBIM-Tirol soll in Tirol über ein „BIM-Starterpaket" evtl. unter Mitwirkung der Wirtschaftskammer Tirol erfolgen.

Mit der Anwendung von BIM in den Tiroler KMU des Bau- und Baunebengewerbes kann für diese eine erhebliche Kostenersparnis durch die Optimierung und Rationalisierung unternehmensinterner und externer Prozesse erreicht werden. Dies trifft nicht nur für planende Unternehmen zu, sondern auch für Ausführende, die Prozesse wie Arbeitsvorbereitung, Bestellung und Abrechnung über ein zur Verfügung gestelltes Gebäudemodell abwickeln können. Ein weiterer positiver Aspekt ist in einer Steigerung der Planungs- und Informationsqualität im Bauplanungs- und Abwicklungsablauf zu sehen.



Die Entwicklungsarbeit wird aufbauend auf die Ergebnisse des ON-AG 011, AK 2 durchgeführt, in dem mehrere der Kooperationspartner mitwirken. Die Ergebnisse sollen in einer Datenbank als Merkmalserver mit erweiterten Zugriffs- und Suchmöglichkeiten und Kompatibilität mit der bsDD – Datenbank organisiert werden. Um eine breite Anwendung zu gewährleisten, soll freeBIM-Tirol frei zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus soll die Möglichkeit der Verknüpfung mit bauphysikalischen und bauwirtschaftlichen Eigenschaften von Produkten der Baustoffindustrie (z.B. „freeclass" des offenen Industriedatenpools) gegeben sein. Dadurch kann in weiterer Folge von der Informationsbeschaffung bis zur Bestellung der gesamte Bauprozess über das BIM-Modell abgewickelt werden.